Oriens Extremus
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Wolfgang BARTKE: Who's Who in the People's Republic of China. 2nd edition with more than 1,000 portraits.
München, New York, London, Oxford, Paris: K. G. Saur 1987. IX, 786 S. 4°

Bartke hat sich schon früher bemüht, die Informationslücke bezüglich der Personen des öffentlichen Lebens in China zu füllen. Zuerst erschien sein Buch Chinaköpfe, dann 1981 sein erstes Who's who im Verlag Sharpe in New York. Für sein neuestes biographisches Nachschlagewerk konnte der Autor auf eine Kartei von mittlerweile 60000 Namen zurückgreifen. Während die erste Ausgabe des Who's who 2026 Biographien enthielt, von denen 917 in die neueste Ausgabe übernommen wurden, hat letztere nun insgesamt 3700 Eintragungen aufzuweisen und dazu, als sehr dankenswerte Beigabe, 1058 Fotos, die vielfach aus Zeitungen genommen sind und daher keine besondere Qualität haben; doch hat der Autor zweifellos recht, wenn er der Maxime gefolgt ist: besser ein schlechtes Foto als gar keines. Die Biographien beginnen mit dem Namen (in Pinyin-Umschrift und Zeichen) und einer Übersicht der innegehabten Positionen. Darauf folgt als Kurztext eine Information über die Biographie des Betreffenden bis 1949; alles Spätere wird als chronologische Liste präsentiert. Politiker, Partei- und Verwaltungsleute stehen naturgemäß im Vordergrund, aber auch eine größere Zahl von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern ist aufgenommen. So hat der Dichter Feng Zhi (Feng Chih, geb. 1905), der in Heidelberg mit einer Arbeit über Novalis promovierte, eine längere Eintragung (S. 99, 1 Spalte). So erfahren wir, daß er, der führende chinesische Goetheforscher, 1983 die (westdeutsche) Goethe-Medaille erhalten hat und 1985 den (ostdeutschen) Jakob und Wilhelm Grimm-Preis verliehen bekam. Auch die jüngere Generation ist repräsentiert, so die - dank der einfühlsamen Übersetzungen von M. Kahn-Ackermann - auch in Deutschland wohlbekannte Zhang Jie (Chang Chieh, geb. 1937), die 1985 zu den Horizonten nach Berlin und 1987 zu China illustrata nach Wolfenbüttel kam.

Den Abschluß des Buches bildet eine Index section, die kein Register, dafür aber eine Reihe nützlicher Tabellen bietet, nämlich die Politbüromitglieder 1927-1985, Chinas Botschafter im Ausland 1949-1987, die Mitglieder des 12. Zentralkomitees u.v.a.m. Besonders praktisch ist eine Aufschlüsselung nach Berufen (S. 759-786). Das Buch ist solide und übersichtlich gestaltet (und nicht in orangefarbenes Efalin gebunden) und kann ohne Übertreibung ein Standardwerk genannt werden.

Hartmut Walravens, Berlin



Latest update: 2005-08-18  Impressum

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